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Genuß: Einsamkeit

Das ganze Haus ist dunkel und kalt.

Der Regen prasselt gegen Fenster und aufs Dach, der wind jault und stöhnt, dass ich eine Gänsehaut bekomme. Ein Sturm, wie ein wütendes Wesen stürzt er sich aufs Haus und versucht es mit sich zureißen.

 

Im Haus ist es ansonsten still, das einzige Geräusch ist ein plätschern, es scheint als käme es aus weiter Ferne.

Langsam laufe ich durch den Flur, genieße die Einsamkeit.

Ein langer Tag liegt hinter mir, er erscheint unwirklich. Jeder vergangene Tag erscheint plötzlich unwirklich.

 Das Plätschern kommt näher.

Durch die angelehnte Tür zum Badezimmer zeschneidet Licht die Dunkelheit und Dampf dringt herraus.

Ich öffne die Tür und trete ein.

Warmer Wasserdampf strömt mir entgegen, hüllt mich ein.

 Ich trete vor den großen Spiegel, ein Schleier aus feinen Wassertröpfchen hat sich auf ihn niedergelegt. Durch ihn hindurch sehe ich eine Gestalt.

Schnell wische ich mit einer Hand einen Streifen weg und sehe promt in ein Gesicht, es starrt mich an aus blauen Augen, schwarz umrandet, die Schminke verlaufen, an. Das gesicht ist eingerahmt von schwarzen Haaren.

Ich sehe aus wie immer

Was sollte das auch ändern?

 

Ich stecke mir die Haare hoch, wie mechanisch und beobachte weiter mein Gesicht. Verfolge, analysiere Gesichtszüge.

Die Gedanken schweifen ab, die Zeit steht.

Erst ein Donnerschlag vermag es, mich aus meinen Träumen zureißen, die Zeit kehrt zurück.

Noch verträumt streife ich mir vorsichtig den Bademantel ab, sofort vermisst meine haut den weichen Stoff und ich gehe zur Badewanne und teste mit dem Fuss das Wasser.

Als ich dazu ansetze in die Wanne zu steigen stellt sich die Gänsehaut wieder ein.

Das heiße Wasser ist angenehm und an den weichen Stoff de Bademantels ist nicht mehr zu denken.

 Ausnahmsweise stelle ich den Wasserhahn komplett ab, der tobende Sturm ist genug Geräuschkulisse. An anderen Tagen macht mich die absolute stille im Bad irre, weswegen ich es leise plätschern lasse.

 

Ich während ich auf die Geräusche draußen lausche denke ich nach und die zeit scheint wieder still zu stehen, nur der prasselnde regen am Fenster erinnert an ihr weiterlaufen.

Das warme Wasser am Körper ist in diesem Moment angenehmer als alles andere. Den ganzen Tag sehnte ich mich danach. Es erscheint mir wie eine Belohnung für die vergangenen Tage.

 

Als der Sturm draußen kurze Zeit später nachlässt lasse ich das Wasser aus der Wanne und hülle mich wieder in den bademantel.

Ein seltsames Gefühl kommt auf. Denn ich weiss, wenn ich nun das badezimmer verlasse ist es kalt.

 Ich werde in mein bett gehen und auch dieses wird kalt sein. Ohne den Sturm gibt es auch keine geräusche auf die ich hören kann. Alles wird still sein und still bleiben. Bis ich einschlafe und die Geräusche in meine Träume einkehren.

 

Diese paar Momente sind mir wichtig. Die ruhe und die einsamkeit.

Morgen werden sie trotzdem vermutlich wieder vergessen sein..

 

 

 

 

11.1.07 18:51
 


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